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Textfetzen und Schriftstücke

Gedichte

Eindrücke, Herzmomente, das Spiel mit der Angst

Ob es eine berührenden Autorenlesung ist, die Bilder einer brennenden Kirche oder ein fröhliches Kind, das genüsslich in einen Apfel beißt, oder die Pandemie - jedes Gedicht ist eine Momentaufnahme meiner Gedanken für euch in Worte gefasst.

Herz in Flammen

Herz in Flammen ... wenn Nachrichten Erinnerungen wecken ...

Herz in Flammen

Inmitten von Fremden in gotischer Pracht
verbrachte ich einst die Osternacht.
Mitten im Herzen berührt mich Paris,
seine Schönheit, die Seine, son esprit.

So traf die Erinnerung brennender Schmerz
durch Fernsehbilder mitten ins Herz.
Die lodernden Flammen von Notre Dame
verwunden Paris, seine Seele, son âme.

Mahnend erhebt sich der stolze Bau
und trägt sein verbranntes Dach zur Schau.
Mitten im Herzen der Stadt ein Skelett,
schwarz, verrußt, überhaupt nicht adrett.

Wir bauen Großes, wir reißen es ein.
Mensch fühlt sich mächtig und ist doch so klein.

Andrea Timm, 27. Mai 2020

Die 4. Kerze

Die 4. Kerze ... Zuversicht in skurrilen Zeiten ...

Die 4. Kerze

Sie kann noch ein bisschen durchhalten – unsere 4. Kerze.
Acht Zentimeter im Durchmesser und kaum heruntergebrannt.

Sie kann noch ein bisschen brennen – unsere 4. Kerze.
Für die, die helfen, forschen und entscheiden müssen.

Sie kann noch ein bisschen Licht sein – unsere 4. Kerze.
Für die Ängstlichen, die Kranken, die Ungeduldigen.

Jeden Abend ein paar Minuten kann sie uns geben, was fehlt,
wenn Kirchen geschlossen sind und Menschen sich seltener begegnen.
Und es ist zum Glück nicht die einzige 4. Kerze, die ich noch verwahrt habe.

Andrea Timm, 18. März 2020

Adventslicht

Adventslicht ... zur Besinnung kommen ...

Adventslicht

Den Advent mit Freunden verbringen,
beim Glühweinkonzert gemeinsam singen,
auf dem Hof hier im Dorf den Nikolaus grüßen,
Orchestermusik und Gemeinschaft genießen ...
Doch so wird er nicht sein, dieser Advent,
vieles wird anders, als man es kennt.

Geschenke besorgen und hübsch verbacken,
im Familienkreis hunderte Plätzchen backen,
hektisch durch die Läden rennen,
sich am Adventspunsch die Lippen verbrennen.
Doch Straßen und Marktplatz fast menschenleer,
davon wird´s mir im Herzen schwer.

Vorfreude auf das Weihnachtsglück?
Vorfreude, komm zu uns zurück!
An andere denken,
Telefonzeit verschenken,
jedes Päckchen, jedes Licht
- eine Handvoll Zuversicht.
Das Kind in der Krippe will uns sagen,
es ist an der Zeit, Hoffnung zu wagen!

Andrea Timm, 11/2020